Grünes Licht für zwei neue Feuerwehrwachen in Wolfsburg

Wolfsburg.  Der Feuerwehrausschuss stimmt Investitionen von bis zu 115 Millionen Euro zu. Dezernent macht Rolle rückwärts beim Feuerwehrhaus in Hattorf.

Die Wache der Berufsfeuerwehr in der Dieselstraße bietet viel zu wenig Platz und ist technisch total veraltet. Auf dem benachbarten Grundstück soll nun der langersehnte Neubau entstehen.

Die Wache der Berufsfeuerwehr in der Dieselstraße bietet viel zu wenig Platz und ist technisch total veraltet. Auf dem benachbarten Grundstück soll nun der langersehnte Neubau entstehen.

Foto: Helge Landmann / regios24 (Archiv)

Seit mehr als zehn Jahren plant die Stadt Wolfsburg den dringend benötigten Bau einer neuen Wache für die Berufsfeuerwehr. Mittlerweile sind die Zustände in dem 1957 errichteten Gebäude an der Dieselstraße so schlimm, dass eine Entscheidung nicht länger aufgeschoben werden kann. Deshalb gab der Ausschuss für Bürgerdienste, Energie, Umwelt und Feuerwehr am Mittwoch einstimmig grünes Licht für die Umsetzung der Zwei-Wachen-Strategie – trotz Kosten von bis zu 115 Millionen Euro.

Bei Starkregen pumpt Feuerwehr eigenen Keller leer

Sein erster Reflex als Kämmerer sei gewesen: „Das können wir uns nicht leisten“, sagte Dezernent Andreas Bauer. Er sei jedoch noch einmal drei Stunden lang mit Manuel Stanke, dem Leiter der Berufsfeuerwehr, durch das Gebäude gegangen und habe sich von der Dringlichkeit überzeugt. „Bei Starkregen“, so Bauer, „pumpt die Berufsfeuerwehr sonst kein Wasser mehr aus Kellern, sondern aus dem eigenen Feuerwehrhaus.“

Nur noch mit jährlichen Ausnahmegenehmigungen sei der Betrieb möglich. Es gebe Rohrbrüche in den Wänden, die Elektrik sei so veraltet, dass sich keine Firma eine Modernisierung zutraue. „Deshalb müssen wir auch in diesen Zeit Geld in die Hand nehmen“, sagte Bauer und bekam Zustimmung von allen Fraktionen sowie vom Ortsrat Stadtmitte, dessen Votum Ortsbürgermeister Detlef Conradt überbrachte. „Die Situation dort ist fast menschenunwürdig“, sagte Joachim Sievers (CDU). „Wir haben das Thema immer vor uns hergeschoben. Jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen und handeln.“ Andreas Klaffehn (PUG) erwartete von der Verwaltung ein detailliertes Finanzierungsmodell.

70 bis 80 Millionen für Hauptwache

Gebaut werden soll für die 210 Mitarbeiter eine neue Feuer- und Rettungswache auf dem freien Grundstück neben dem alten Gebäude sowie eine Nebenwache im Lindenkamp im Gewerbegebiet Heinenkamp. Allein die Planungskosten belaufen sich auf 2,4 Millionen für die Haupt- und 1,05 Millionen Euro für die Nebenwache. Das erwartete Investitionsvolumen für die Hauptwache liegt nach heutigem Stand bei 70 bis 80 Millionen Euro. Ziel der Verwaltung ist es, über eine Objektvorlage im Sommer 2021 abstimmen zu lassen. Der Baubeginn könnte Mitte 2022 sein, die Inbetriebnahme 2025.

Anschließend soll die Nebenwache im Gewerbegebiet Heinenkamp auf einer freien Fläche an der Landesstraße 294 gegenüber des Hagebaumarkts errichtet werden. Hier kalkuliert die Stadt mit Kosten zwischen 30 und 35 Millionen Euro. Baubeginn im Lindenkamp wäre 2025, die Inbetriebnahme 2027.

Neues Feuerwehrhaus für Hattorf soll doch kommen

Seine Meinung komplett revidiert hat Dezernent Bauer im Bezug auf den Neubau eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Hattorf. „Dafür ist kein Geld da“, hatte Bauer noch Ende September erklärt. Nach einem gemeinsamen Antrag von FDP, PUG, SPD und Linke & Piraten, den Neubau in den Haushaltsplan wieder mit aufzunehmen, sagte Bauer am Mittwoch: „Wenn wir diese Maßnahme streichen, machen wir eine Menge im Ehrenamt kaputt.“ Einen Baustart nannte Bauer nicht.

Weitere Bericht zur neuen Feuerwehrwache lesen Sie hier:

Neue Feuerwehrwachen- Wolfsburg plant mit 115 Millionen Euro

Wie viele Millionen darf Wolfsburgs neue Feuerwache kosten?

Kein Geld für neues Feuerwehrhaus in Hattorf

Irritationen um mögliche Feuerwehrhaus-Verschiebung in Hattorf

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