Wolfsburger wollen Afghanen durch Coronawinter bringen

Wolfsburg.  Keine Arbeit, steigende Preise – arme Familien in Kabul trifft die Coronapandemie hart. Wolfsburger sammeln Spenden, um ihre Not zu lindern.

Der Wolfsburger Verein Bildung für Kinder in Afghanistan versucht, die Lebensverhältnisse in einem sehr armen Land zu verbessern. Der Vorsitzende Haschem Babory (Mitte) ist in Afghanistan aufgewachsen, die stellvertretende Vorsitzende Devah Falcone (Vierte von rechts) seine Tochter.

Der Wolfsburger Verein Bildung für Kinder in Afghanistan versucht, die Lebensverhältnisse in einem sehr armen Land zu verbessern. Der Vorsitzende Haschem Babory (Mitte) ist in Afghanistan aufgewachsen, die stellvertretende Vorsitzende Devah Falcone (Vierte von rechts) seine Tochter.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Der Wolfsburger Verein „Bildung für Kinder in Afghanistan“ startet einen neuen Hilfeaufruf. Dieses Mal geht es nicht um den Schulbau, sondern um das nackte Überleben von Familien.

Devah Falcone und ihre Mitstreiter wollen Familien in Kabul mit Mehl, Reis, Zucker, Öl, Tee und Seife über den Winter helfen. Die Wolfsburgerin, deren Vater in Afghanistan aufgewachsen ist und deren Onkel in der Landeshauptstadt als Kinderarzt arbeitet, berichtet, dass es den Menschen in den armen Randgebieten Kabuls in der Coronakrise an so ziemlich allem fehlt.

Wolfsburger Verein will mit Mehl, Reis, Zucker, Öl und Seife helfen

Viele von ihnen seien Tagelöhner und verdienen aufgrund von Kontaktbeschränkungen derzeit nichts. Zugleich hat die Unterbrechung von Versorgungsketten die Lebensmittelpreise steigen lassen. Mehl und Öl, so Falcone, seien um 20 Prozent teurer geworden. Zucker koste etwa 12 Prozent mehr als vor der Pandemie. „Das ist wahnsinnig viel für Familien, die nur einen Dollar pro Tag verdienen.“

Auf der Spendenplattform Betterplace bittet der Wolfsburger Verein deshalb um 4000 Euro. Mit dieser Summe könnten der Onkel Mohammad Hussain und andere Familienmitglieder 50 bedürftige Familien mit jeweils 100 Kilogramm Mehl, 25 Kilogramm Reis, 7 Kilogramm Zucker, 5 Liter Öl, 1 Kilogramm Tee und 12 Päckchen Seife versorgen.

1400 Euro sind schon eingegangen – 4000 Euro sollen es mindestens werden

Rund 1400 Euro sind innerhalb weniger Tage eingegangen. Läuft es weiter gut, will Devah den Zielbetrag erhöhen. Dann könnte ihr Verein die in selbstgezimmerten Verschlägen hausenden Menschen auch mit Decken und Gas versorgen und im Optimalfall weitere Familien mit Hilfspaketen unterstützen.

„Bildung für Kinder in Afghanistan“ hat in diesem Jahr bereits ähnliche Aktionen in dem Dorf Ebad Kalah gestartet, wo sich eine von den Wolfsburgern finanzierte Schule befindet, sowie in anderen Orten der Provinz Logar. Die Spendensammlung für Kabul soll wegen eines frühen Wintereinbruchs nicht lange dauern. „Toll wäre, wenn wir es schaffen, das Geld im Dezember zu überweisen“, sagt Devah Falcone.

Spenden an den Adventssonntagen werden aufgestockt

Toll wäre für die Bedürftigen in Kabul zudem, wenn besonders viele Spenden an den Adventssonntagen eingehen. Auf die an diesen Tagen eingegangenen Beträge legt Betterplace zehn Prozent obendrauf. Wer spenden möchte, findet die Projektseite hier .

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