Corona-Sonderprämie für Mitarbeiter des Klinikums Wolfsburg

Wolfsburg.  237.500 Euro sollen noch im Dezember an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Die Bettenauslastung ist derzeit deutlich geringer als sonst.

Das Klinikum verzeichnet derzeit ein geringeres Patientenaufkommen. Viele verzichten offenbar auf einen nicht zwingend nötigen Klinikumsaufenthalt.

Das Klinikum verzeichnet derzeit ein geringeres Patientenaufkommen. Viele verzichten offenbar auf einen nicht zwingend nötigen Klinikumsaufenthalt.

Foto: Anja Weber / regios24 /(Archiv)

Die personelle Situation am Wolfsburger Klinikum ist aktuell nicht im roten Bereich, schwanke aber von Tag zu Tag. „Wir machen jede Morgen eine Bestandsaufnahme bei den Ärzten, in der Pflege und im Labor, ob die Versorgung sichergestellt ist“, sagte Klinikumsdirektor Wilken Köster. Die aktuelle Coronalage war am Mittwoch Thema im Klinikumsausschuss.

Das Klinikum könne derzeit alle Leistungen anbieten und müsse so gut wie keine geplanten Operationen absagen. Die Bettenauslastung betrage aber nur 70 Prozent. „Wir stellen fest, dass die Nachfrage derzeit geringer ist, dass Patienten wegbleiben, weil sie vorsichtig sind und Operationen lieber verschieben“, erklärte Köster. Alle Patienten am Klinikum, egal, ob Notfälle, geplante stationäre oder ambulante Eingriffe, werden auf Covid-19 getestet.

Besuchsverbot bleibt bestehen

Nach wie vor gilt ein Besuchsverbot mit Ausnahmeregelungen in besonderen Situationen (Kreißsaal, Palliativstation). Auch deshalb verzichte womöglich der eine oder andere Patient im Moment auf einen geplanten Klinikumsaufenthalt, meinte Monika Müller. „Das Besuchsverbot ist kein Zustand, den wir gutheißen können“, so die Klinikums- und Gesundheitsdezernentin. Allerdings müsse daran weiter festgehalten werden, auch wenn der 7-Tage-Inzidenzwert kurzzeitig mal unter die Marke von 50 pro 100.000 Einwohner fallen sollte. „Das ist unabdingbar. Die Gefahr ist sonst zu groß.“ Müller plädiert dafür, künftig bessere Konzepte zu entwickeln, um Besuche auch in Ausnahmesituationen wie der Corona-Pandemie ermöglichen zu können. „Da müssen alle beim Bau von Pflegeheimen und Krankenhäusern dazulernen, damit Besuche stattfinden können.“

Die Lage auf der Intensivstation für Corona-Patienten sei aktuell nicht angespannt, berichtete Müller. „Wir sind weit davon entfernt, dass die Intensivbetten ausgelastet sind.“ Dies könne sich aber angesichts der hohen Infektionszahlen auch schnell ändern. Wer sich heute infiziere, sei womöglich in vier Wochen ein Fall für die Intensivstation. Derzeit könnte das Klinikum auch Covid-19-Patienten aus anderen Gegenden oder aus dem Ausland aufnehmen, so Müller. Der Ärztliche Direktor Professor Mattias Menzel erklärte, es gebe zwischen den kommunalen Krankenhäusern in Wolfsburg, Braunschweig und Wolfenbüttel eine Absprache, Patienten je nach Ressourcen und Kapazitäten auszutauschen und sich so im Bedarfsfall zu unterstützen.

Die wirtschaftliche Situation des Klinikums ist erwartungsgemäß nicht rosig. Aktuell wird ein Verlust in 2020 von 2,9 Millionen Euro erwartet, berichtete die stellvertretende Klinikumsdirektorin Katrin Stary. Allerdings sei dies nur ein Schätzwert. Es stünden noch nicht alle Auswirkungen fest, zudem liefen derzeit noch Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen. Das Wirtschaftsjahr 2019 hatte das Klinikum mit einem Minus von 4,78 Millionen Euro abgeschlossen, im Jahr davor lag das Defizit bei 4,55 Millionen Euro. Ursprünglich lag die Prognose für 2020 bei einem Minus von zehn Millionen Euro .

Prämie wird im Dezember ausgezahlt

Über eine Corona-Sonderprämie darf sich ein Teil der rund 1600 Beschäftigten des Klinikums freuen. Für 64 behandelte Corona-Patienten bis zum 30. September erhält das Krankenhaus 237.500 Euro als Prämie aus dem Gesundheitsfonds. Gesetzliche und private Krankenkassen haben den Kliniken für die Corona-Sonderprämie insgesamt 100 Millionen Euro aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellt, die an mehr als 430 Krankenhäuser in Deutschland verteilt werden.

„Das Geld ist für Beschäftigte, die aufgrund der Corona-Pandemie besonders belastet waren“, erläuterte Müller. Der Bonus soll insbesondere Beschäftigten im Bereich der Pflege am Bett zugutekommen. Die Krankenhäuser können die Prämie, die steuer- und sozialversicherungsfrei ist, aber nach eigenem Ermessen auch an andere Mitarbeiter auszahlen. Derzeit liefen Gespräche mit dem Personalrat. Sobald diese abgeschlossen seien, stehe auch die Summe fest, die jede Vollkraft erhält. Teilzeitkräfte bekommen eine anteilige Prämie. „Das Geld soll noch im Dezember ausgezahlt werden“, sagte Müller.

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