Klinikum Wolfsburg verlangt 3,4 Millionen Euro für IT-Sicherheit

Wolfsburg.  Land und Krankenkassen streiten um die Zuständigkeit für das Fördergeld.

Klinikumsdirektor Wilken Köster (von links), Klinikumsdezernentin Monika Müller und der IT-Sicherheitsbeauftragte Rüdiger Gruetz hatten bereits im Dezember 2019 (Foto) auf die dringend benötigten Fördermittel für die Verbesserung der IT-Sicherheit aufmerksam gemacht. Geld hat es seitdem nicht gegeben.

Klinikumsdirektor Wilken Köster (von links), Klinikumsdezernentin Monika Müller und der IT-Sicherheitsbeauftragte Rüdiger Gruetz hatten bereits im Dezember 2019 (Foto) auf die dringend benötigten Fördermittel für die Verbesserung der IT-Sicherheit aufmerksam gemacht. Geld hat es seitdem nicht gegeben.

Foto: Markus Kutscher (Archiv)

Angriffe von kriminellen Hackern auf Gesundheitseinrichtungen sind keine Seltenheit. Dadurch besteht nicht nur die Gefahr, dass sensible Patientendaten in falsche Hände geraten. Im schlimmsten Fall sind sogar medizinische Geräte oder der Betrieb eines ganzen Krankenhauses eingeschränkt. „Das kann Patienten gefährden“, sagt Monika Müller.

Neues Rechenzentrum soll entstehen

Umso unverständlicher findet die Wolfsburger Gesundheits- und Klinikumsdezernentin, dass der bereits im März 2019 gestellte Antrag auf Förderung zur Verbesserung der IT-Sicherheit immer noch nicht positiv beschieden wurde. Das Klinikum erhofft sich 3,4 Millionen Euro um die Vorgaben des IT-Sicherheitsgesetztes erfüllen zu können. Das Geld soll unter anderem in ein neues Rechenzentrum sowie Hard- und Software installiert werden. Davon wären 1,5 Millionen Euro sehr kurzfristig zu finanzieren.

Das Problem bei der Sache: Die Krankenkassen sehen die Verantwortung mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz beim Land, das Land wiederum fordert, das Geld aus dem Strukturfond II zu nehmen. „Wir hoffen, dass das Ping-Pong-Spiel Mitte Dezember endlich beendet wird“, sagt Klinikumsdirektor Wilken Köster. Müller nannte es „fahrlässig, so zu handeln und das auszusitzen“.

Auch andere Krankenhäuser wollen Fördermittel

Wolfsburg steht mit dem Problem nicht allein da. Auch die Kliniken in Lüneburg, Rotenburg/Wümme und Stade/Buxtehude haben laut Köster Fördermittel für die IT-Sicherheit beantragt. Insgesamt geht es für die vier Kliniken um 15 Millionen Euro. „Es ist schade, dass man die Krankenhäuser bei dem Thema im Regen stehen lässt“, sagte Köster.

Planungen zur Aufwertung des Kreißsaals liegen auf Eis

Marco Meiners (FDP) hakte im Klinikumsausschuss am Mittwoch nach, wann die Räume im Kreißsaal aufgewertet werden. Köster teilte daraufhin mit, dass die Planungen bis zur Nachbesetzung der Leitung der Frauenklinik „auf Eis“ lägen. Sobald die Nachfolge des verstorbenen Professor Petry feststehe, würden die Planungen schnell wieder aufgenommen. So könnte die neue Leitung auch gleich eigene Akzente setzen. Meiners befürchtet, dass die derzeitige Situation potenzielle Bewerber eher abschrecken könnte. „Da muss dringend etwas passieren“, betont er. Die Situation sei auch für die Mitarbeiter nicht befriedigend.

Zieht die Villa Bunterkund um?

Erfreulich ist, dass die neue Kinderklinik Mitte Januar 2021 öffnen soll. Jens Uwe Kirsch (PUG) forderte im Ausschuss erneut, dass die Villa Bunterkund, in der in erster Linie krebskranke Kinder betreut werden, an die neue Kinderklinik „angedockt“ wird. Dezernentin Müller machte angesichts der angespannten Haushaltslage wenig Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung: „Die Villa Bunterkund ist ein Aushängeschild für das Klinikum. Aber wir brauchen auch die finanziellen Mittel dafür.“

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