Das Samba-Mobil – ein VW mit ganz viel Sex-Appeal

Wolfsburg.  Dieser Hingucker auf vier Rädern hätte auch James Bond gut gestanden. Am Ende wurden aber nur 11.000 Einheiten des SP2 gebaut.

Der SP2 wurde unter Rudolf Leiding von VW do Brasil entwickelt und gebaut. Weil er für den Export teuer hätte umgerüstet werden müssen, kam er nie nach Deutschland.

Der SP2 wurde unter Rudolf Leiding von VW do Brasil entwickelt und gebaut. Weil er für den Export teuer hätte umgerüstet werden müssen, kam er nie nach Deutschland.

Foto: Volkswagen Aktiengesellschaft / Volkswagen History

Im Dezember 1972 – vor 48 Jahren überrascht VW mit einem Samba-Mobil mit viel Sex-Appeal. Daran erinnert Volkswagen History in einem Beitrag.

Schnell wie ein Ferrari

Von einem „Schnuckel-Auto“ berichten Journalisten der Bild-Zeitung nach einer Testfahrt mit dem von Volkswagen do Brasil entwickelten SP2. „Am liebsten hätte ich ihn gleich einpacken und nach Deutschland verschiffen lassen... Es ist der schönste VW, den ich je gesehen habe“, urteilt der BILD-Journalist im Artikel. Die Begeisterung des Testfahrers geht noch weiter: Er sehe aus, als würde er 40.000 DM kosten und schnell wie ein Ferrari sein. Im SP 2-Cockpit finde sich alles, wovon ein Sportwagenfahrer träume, darunter auch ein Drehzahlmesser und eine Öltemperaturanzeige. Der Wagen besteche mit großen Glasflächen, einer Riesen-Heckklappe, breiten Türen, prima Schalensitzen und einem Stummelknüppel für die Schaltung.

Der Export nach Deutschland lohnte sich nicht

Mit der Entwicklung wurde 1969 unter Leitung von Rudolf Leiding begonnen, damals Generaldirektor von VW do Brasil. Konzipiert wurde das Modell aus bestehenden Komponenten: So hat er mit 2,40 Meter den Radstand vom Käfer sowie einen luftgekühlten Boxermotor brasilianischer Bauart, der aus 1.678 ccm Hubraum 54 PS holt. Der flache Antrieb ist unter der Kofferfläche im Heck platziert. Die Spitzengeschwindigkeit: 161 km/h. In Brasilien kostet er Anfang der 1970er Jahre 31.000 Cruzeiros (20.000 DM). An einen Export nach Deutschland ist dennoch nicht zu denken, da er auf die deutschen Zulassungsbestimmungen umgerüstet werden müsste, was zu teuer ist. Bis 1976 entstehen dennoch etwa 11.000 Einheiten des SP2.

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