Fragen an Königslutters Bürgermeister-Kandidaten

Königslutter.  Die beiden Bürgermeister-Kandidaten Königslutters – Alexander Hoppe und Stefan Thiele – legen dar, wie sie sich ihre künftige Arbeit vorstellen.

Wer zieht ins Rathaus Königslutter ein?

Wer zieht ins Rathaus Königslutter ein?

Foto: Sebahat Arifi

Zwei Kandidaten stellen sich zur Wahl für den Bürgermeister-Posten in Königslutter. Wir haben Amtsinhaber Alexander Hoppe (SPD, erster Teil) und seinem Herausforderer Stefan Thiele (CDU, zweiter Teil) schriftlich Fragen zukommen lassen, die sie ohne Vorgaben schriftlich beantwortet haben, um sich und ihre Ziele näher vorzustellen. Wer weitere Fragen hat, ist eingeladen, sie den Kandidaten persönlich zu stellen. Gelegenheit dazu besteht bei der Podiumsdiskussion der Helmstedter Nachrichten am Donnerstag, 16. Mai, um 18.30 Uhr im Forum der Haupt- und Realschule Königslutter, Wilhelm-Bode-Straße. Einlass ist ab 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Für das Amt des Bürgermeisters kandidiere ich wieder, weil….

...mir die Zukunft der hier ansässigen und lebenden Menschen weiterhin am Herzen liegt und ich für eine starke und zukunftsfähige – für eine vorsorgende – Kommune eintrete.

Wenn ich auf die vergangenen acht Jahre zurückblicke, dann…

...habe ich mit der Ratsmehrheit seit 2011 die Stadt Königslutter am Elm stabilisiert und weiter entwickelt. Mein Anspruch war und ist, das Leben von uns allen leichter und besser zu machen. Die Bilanz für die Jahre 2011 bis 2018 kann sich sehen lassen, denn es wurden in der Wahlperiode zahlreiche Projekte umgesetzt.

So haben wir über 100 neue Betreuungsplätze in Krippen und Kindergärten und das Ganztagsangebot in den Grundschulen mit dem Bau von Mensen geschaffen. Die Stadt haben wir trotz Konsolidierungsbemühungen lebenswert gehalten und die Bereiche Sport, Kultur, Theater, Museen gefördert sowie das Frei- und Hallenbad erhalten.

Die Freiwilligen Feuerwehren konnten wir mit der Anschaffung von neuen Fahrzeugen (unter anderem Drehleiter und Einsatzleitwagen) gut ausrüsten, und auch der Bau von Feuerwehrgerätehäusern ist vorangekommen. Rückblickend auf das Jahr 2011 bis heute haben wir zudem eine positive Gewerbeentwicklung in Königslutter zu verzeichnen – alle großen Gewerbeobjekte sind neu besetzt und zum Beispiel mit dem Verwaltungsneubau der Fibav gibt das Unternehmen eine Standortgarantie ab. Im Gewerbegebiet Ochsendorf sind mittlerweile alle städtischen Flächen verkauft, unter anderem an ein international wirtschaftendes Unternehmen, wodurch rund 100 Arbeitsplätze in Königslutter realisiert werden können.

Insbesondere für junge Familien konnten wir auch neue Wohngebiete in der Kernstadt und den Ortschaften entwickeln, so dass sich unsere Bevölkerungszahl nahe 16.000 einpendeln konnte. Aber auch die interkommunale Zusammenarbeit hat Früchte getragen.

So konnten durch die Zusammenarbeit mit den Wolfsburger Entwässerungsbetrieben zweimal die Gebühren gesenkt und rund 300.000 Euro an Fördermittel für private und öffentliche Projekte durch die ILE-Region akquiriert werden. Auch in der Breitbandversorgung sind wir einen großen Schritt weiter gekommen. Das gemeinsame Projekt im Kreis geht nun in die Umsetzungsphase.

Beim Thema „weiches Wasser“ für die Kernstadt und Lauingen sind wir im letzten Jahr auch einen guten Schritt vorangekommen, da wir ein technisches Verfahren gefunden haben. Die Feinplanung ist beauftragt und in der zweiten Jahreshälfte können wir über die Ergebnisse diskutieren. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was umgesetzt wurde.

Was hatte ich mir vorgenommen – was habe ich erreicht?

In der Beantwortung der vorherigen Frage ist eigentlich alles gesagt. Wir sind auf einem guten Wege. Wie im Privaten lassen sich auch im öffentlichen Bereich nicht alle Wünsche erfüllen, dies gebe ich ehrlich zu. Dafür gibt es finanzielle und wirtschaftliche Gründe, aber auch kommunalverfassungsrechtliche.

Welche Kritik an meiner Arbeit kann ich nachvollziehen, welche ist nicht gerechtfertigt?

Mir ist bewusst, dass alle politischen Entscheidungen wirtschaftliche und soziale Folgen haben. Deshalb bemühe ich mich, nach bestem Wissen und Gewissen, nach Recht und Ordnung zu handeln, aber auch die menschliche Komponente nicht außer Acht zu lassen. Und hier setzt in der Regel der Konflikt mit den Betroffenen ein. Begründete Kritik in der Sache akzeptiere ich, wenn sie aber ins persönliche abgleitet, nicht.

Wo steht Königslutter heute?

Wir haben noch nicht alles erreicht. Trotzdem: Wer mit offenen Augen durch unsere Stadt und seine Ortschaften geht, stellt fest, dass es in den letzten Jahren vorwärts gegangen ist.

Die Erfolge lassen sich unter anderem im Kita-Bereich, bei der Gewerbeentwicklung, den Feuerwehren, der Wohnbauentwicklung feststellen. Und diese Erfolge lass ich mir von meinen politischen Gegnern nicht kaputt- beziehungsweise schlechtreden.

Die künftigen Schwerpunkte meiner Arbeit sind…

...weiterhin zu arbeiten für gute Bildung (Förderung und Ausbau von Krippe, Kindergarten und Schule), da sie die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist; Sport, Kultur, Musik, Theater, Museen, Frei- und Hallenbad, da sie unser Leben bereichern; Königslutter als Wirtschafts- und Dienstleistungsstandort stärken; kommunale Wohnungspolitik, denn sie ist ein Kernelement der Daseinsvorsorge; Sicherstellung des Brandschutzes; Einsatz für Bürgerteilhabe, eine starke Gemeinschaft, ein weltoffenes Königslutter und ein sicheres Königslutter.

Mein Lieblingsort in Königslutter ist…

...der Heidehügel zwischen Lauingen und Rieseberg; insbesondere zur Blütezeit ist dies ein ganz „besonderes Fleckchen Erde“ in unserer Stadt.

Wenn ich entspannen will, dann…

...kann ich dies bei meinen Hobbys Tischtennis, Boßeln und Skat besonders gut. In unserer abwechslungsreichen Landschaft spazieren gehen oder Radfahren trägt auch zu meiner Erholung bei.

Wenn ich die Wahl verliere…

...ist mir bewusst, dass ich ein Wahlamt inne habe. Den Ausgang der Wahl habe ich zu akzeptieren, denn sie ist in unserem Staat eine demokratische Entscheidung. Unsere Stadt hat sich in schwieriger Zeit und unter noch schwierigeren Rahmenbedingungen stabilisiert und weiterentwickelt. Der Bürger kann sich weiterhin auf mich verlassen und deshalb vertraue ich ihm.

Für das Amt des Bürgermeisters kandidiere ich, weil…

...ich neben meiner familiären Bindung zu Königslutter große Gestaltungsvisionen, Kooperationswillen, Kompromissfähigkeit sowie Erfahrungen aus der kommunalen Landschaft mitbringe und Königslutter eine andere, bessere Zukunft verdient hat. Ich werde zu 100 Prozent den Fokus auf Königslutter richten.

Aus meiner bisherigen Arbeit kann ich in Königslutter einbringen…

...meine Verwaltungs- und Führungserfahrung, die mich in Führungspositionen zu der erfolgreichen Person gemacht hat. Meine Bodenständigkeit, die mich Machbares von unerreichbaren Träumen unterscheiden lässt. Meine Erfahrung als Ratsmitglied in einer verschuldeten Gemeinde. Ideen und Visionen, die die Stadt wieder positiv entwickeln und in der Zukunft sichtbare Erfolge zeigen.

Was nehme ich mir vor – was will ich für Königslutter erreichen?

Ich möchte, dass wir vor dem Hintergrund einer immer älter werden Gesellschaft unsere Älteren und die in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen stärker berücksichtigen. Das gilt ganz besonders für die Menschen in den dörflichen Strukturen. Fehlende Läden, ärztliche Unterversorgung sowie mangelhafte Versorgung im öffentlichen Personennahverkehr sorgen auf Dauer für Wegzüge. Hier gibt es gute Ansätze in anderen ländlichen Regionen für eine positive Unterstützung im Alltag. Zeitgleich müssen wir den digitalen Fortschritt aktiv unterstützen und die neuen Möglichkeiten nutzen.

Ich möchte, dass die Stadt ihre gute und bedarfsgerechte Kindertagesstätten- und Schullandschaft behält und die Vernetzung zum Wohle der Kinder intensiviert wird. Unsere Stadt soll auch in Zukunft gute Erzieher sowie engagierte Lehrkräfte für unsere Kinder bieten. Bei der Standortfrage zum geplanten Gymnasium stelle ich mich zu 100 Prozent hinter die Planungen des Kreises Helmstedt.

Ich möchte die Stadt von ihrem fatalen Kurs immer weiter steigender Schulden und immer geringer werdender Handlungsmöglichkeiten in ruhigere Gewässer führen. Das wird nicht von heute auf morgen gelingen, aber eine nachhaltige Wende muss her! Ich möchte verhindern, dass die Stadt noch weitere Steuererhöhungen beschließen muss. 500 Prozent Grundsteuer sind mehr als genug!

Ich möchte, dass die Stadt wieder ein verlässlicher Partner für die heimische Wirtschaft ist und wichtige Neuansiedlungen den Wirtschaftsstandort Königslutter stärken. Damit schaffen wir Arbeitsplätze für unsere Jugend und locken neue Familien zu uns.

Ich möchte mit meiner Erfahrung, Leidenschaft und meinem vollen Fokus auf Königslutter in der Verwaltung Gutes erhalten und die Zukunft gestalten.

An der bisherigen Arbeit kritisiere ich…

Die finanzielle Situation der Stadt muss offen und klar kommuniziert und gleichzeitig auch aktiv nach neuen Wegen gesucht werden.

Aber gut gelaufen ist…

...das offene Ohr und aktive Eintreten sowie Unterstützen des Ehrenamtes.

Wo steht Königslutter heute?

Die Stadt steht am finanziellen Abgrund und setzt ihren eingefahrenen Weg unbeirrt fort. Die kulturellen und wirtschaftlichen Schätze werden verwaltet. Es läuft vieles nach dem Motto: „Das machen wir schon immer so!“ – neue Ideen fehlen, auch Mut zum vielleicht risikovolleren, aber erfolgreicheren Weg.

Künftige Schwerpunkte meiner Arbeit sind…

100 Prozent Fokus Königslutter für mehr Möglichkeiten und Unterstützung unserer dörflichen Struktur und der Einbindung von digitalen Möglichkeiten. Intensives Werben für den hervorragend gelegenen Wirtschaftsstandort Königslutter, qualitativ hochwertige Rahmenbedingungen für eine ausgewogene Bildungslandschaft zu schaffen und das Zurückgewinnen finanzieller Handlungsfähigkeit. Wichtig ist mir vor allem, ein Bürgermeister für alle zu sein und stets positiv für Königslutter zu handeln. Zum Wohle der Stadt ist es notwendig, noch öfter „Grabenkämpfe“ zu vermeiden, sinnvolle Kompromisse zu suchen und diese gemeinsam umzusetzen.

Mein Lieblingsort in Königslutter ist…

…in der Kernstadt der Dom. Konkret hat an der Kaiser-Lothar-Linde eine mir sehr nahe stehende Person eine wichtige Weichenstellung für ihr Leben getroffen und mir mitgeteilt. Sie hat von diesem Tag an ein erfüllteres Leben geführt. Sie wählte keinen einfachen Weg und hat ihn mit Bravour gemeistert. Auch nach 20 Jahren bewundere ich sie, es erfüllt mich mit Freude und Stolz, sie zu kennen. Die Linde mit ihrem verdrehten Stamm steht symbolisch dafür, dass im Leben nicht immer alles gerade läuft. Auch dafür, dass man sein Leben in der Hand hat und etwas Wunderbares daraus erwachsen kann. Das ist sicher eines meiner emotionalsten Erlebnisse am Dom.

Groß Steinum liegt mir auch sehr am Herzen, hier habe ich als Kind rund um die Bockhornklippen rumgetobt und so manches ausgelassene Versteckspielen mit Freunden erlebt.

Wenn ich entspannen will, dann…

...fahre ich mit dem Fahrrad durch unsere schöne Landschaft. Bei Regenwetter lese ich gern einen spannenden, gut recherchierten Krimi oder höre Jazz oder klassische Musik.

Wenn ich die Wahl verliere…

...werde ich sicher kurzzeitig enttäuscht sein; vielen Menschen – und das gilt ganz besonders meiner Frau – für ihre Unterstützung in den letzten Wochen und Monaten danken und unseren Enkel, der im Dezember geboren wurde, wieder häufiger besuchen; er ist leider viel zu kurz gekommen. Sowie meinem Mitbewerber zum Sieg gratulieren, ihm für seinen respektvollen Umgang mit mir danken und ihm ein besseres Händchen zur positiven Gestaltung unserer Stadt wünschen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder