Bücher tauschen unbedingt erwünscht

Velpke  Jetzt hat auch Velpke eine eigene Bücherzelle. Vier Paten kümmern sich um den Bestand.

Eine ehemalige Telefonzelle an der Bushaltestelle vor der St.-Andreas-Kirche ist jetzt eine Bücherzelle. Herbert Groenke eröffnete sie offiziell.

Eine ehemalige Telefonzelle an der Bushaltestelle vor der St.-Andreas-Kirche ist jetzt eine Bücherzelle. Herbert Groenke eröffnete sie offiziell.

Foto: regios24/Helge Landmann

Jetzt hat auch die Gemeinde Velpke eine eigene Bücherzelle, den Bücherschrank direkt vor der St.-Andreas-Kirche. Einfach war die Sache aber nicht, betonte Mitinitiator Herbert Groenke am Rande der Eröffnung am Samstag. Das Ergebnis sei dafür aber umso besser.

Die Geschichte der Bücherzelle beginnt vor zwei Jahren mit einer Idee der SPD in Velpke. Damals waren deren Mitglieder in Klausur gegangen, sozusagen zur Ideensammlung zum Wohle der Gemeinde. Ein Ergebnis war der offene Bücherschrank, eine Idee, deren Umsetzung aber mit einigen Hürden verbunden war, zum Beispiel mit einem Nachweis über ein geeignetes Fundament für die ausgediente Telefonzelle von der Telekom. Unzählige derer warten auf einem riesigen Gelände in Michendorf auf ihr zweites Leben. Eine hat nun den Weg nach Velpke geschafft und prangt jetzt neu angestrichen auf einem 60 Zentimeter starken Betonfundament.

Der Standort könnte nicht besser gewählt sein: gleich vor dem Gemeindehaus der St.-Andreas-Kirche neben einer Bushaltestelle und direkt unter einer Laterne. Dort ist künftig Büchertausch unbedingt erwünscht, denn so funktioniert das Prinzip offener Bücherschrank. Nehmen, lesen, wiederbringen oder auch einfach hinbringen: Warum sollte man seinen Mitmenschen eine gute Lektüre vorenthalten? In Velpke gibt es auf sechs Regalböden Romane, Sachbücher, Kinderbücher – eigentlich alles, was Menschen für lesenswert halten, mit Ausnahme etwa volksverhetzender, jugendgefährdender, fremdenfeindlicher und/oder sexistischer Lektüre.

Über den Bestand wachen künftig vier ehrenamtliche Paten: Carola Janzcyk, Ina Haase, Gabriele Jordan und Judith Rathmann. Am Projekt selbst waren, so Herbert Groenke, etliche Freiwillige beteiligt, vom Bürger bis zum Landwirt. Finanziert worden sei die Zelle aus eigenen Mitteln der SPD in Velpke und aus Spenden.

Zur Eröffnung am Samstag gab es Wurst vom Grill und Getränke. Der Erlös daraus soll auch in das Projekt fließen. Die Zelle gehört nun der Gemeinde Velpke und ist fast durchgängig geöffnet. Fast, denn am Silvestertag zur großen Knallerei drehen die Paten den Schlüssel rum.

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